Star Trek – Die dunkle Seite der Föderation

Ja, ihr habt richtig gelesen! Ein Star Trek! Ich werde euch zeigen das die Föderation keine utopisches Allianz ist, in dem alle glücklich sind und nur gelegentlich ein riesiges außerirdisches Schiff droht die Erde zu zerstören wenn sie keinen Smalltalk mit Walen führen können. Denn die Föderation hat einige dunkle Geheimnisse. Verstörende Geheimnisse um genau zu sein! Im ersten Teil zeige ich euch wie sehr die Gesellschaft stagniert hat. Also lasst uns dahin gehen wo noch kein Mensch zuvor gewesen ist!

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Auf zur Dunklen Seite der Föderation!
Die Erde hat eine Dystopie aufgebaut mit dem unschuldigem Namen Vereinigte Föderation der Planeten. Und ich kann es beweisen! Aber halt! – Höre ich euch rufen, – Die Föderation ist perfekt! Sie haben alles! Holodecks, Replikatoren, Teleporter, Raumschiffe, Green Alien Sex…

Cinemagraph The Cage - Star Trek Vena / Link in comments                                                                                                                                                        Bill Lile

Was wenn ich sage das genau diese Technologien das Problem sind? Gucken wir uns die Erde im 23. Jahrhundert einmal an. Es gibt kein Geld mehr, denn alles was man will wird per Computer erschaffen. Dadurch gibt es auch keinen Hunger mehr, und wenn man Langeweile hat entspannt man auf dem Holodeck. Wer neue Welten entdecken will geht zur Sternenflotte und betet, dass man kein rotes Shirt bekommt. Oder eine Sprechrolle… Aber alles in allem sind die Aussichten super. Die Welt lebt in Frieden und Harmonie, es gibt keine Kriege mehr, es ist alles perfekt! Oder so scheint es jedenfalls.

Gucken wir uns zuerst einmal an was für Holodeck Simulationen so gezeigt werden. Die Crew der USS Enterprise NCC-1701-D entspannt sich gerne bei Piratenabenteuern, bei Detektiv Geschichten, Spionage Thrillern aus dem Kalten Krieg oder im Wilden Westen. Fällt jemandem etwas auf? Was fehlt hier?

Cinemagraph The Cage - Star Trek Vena / Link in comments                                                                                                                                                        Bill Lile

Green Alien Sex?

Etwas aus ihrer Zeit. Oder um präziser zu sein: Irgendetwas aus der Zeit nach circa 1960! Das ist merkwürdig oder? Als hätte es keine kulturelle Entwicklung seit der Mitte des 20. Jahrhundert gegeben. Zugegeben, es gibt weitere Simulationen mit Situationen aus ihrer Zeit, allerdings sind dies ausschließlich Trainingssimulationen oder Rekonstruktionen von historischen Ereignissen. Keine Theaterstücke, keine Filme, keine Kunst. Im Grunde nur ein Geschichtsbuch in 3D.
Aber es gibt doch Geschichten aus ihrer Zeit in der Raumschiff Voyager Serie? Richtig! Und von wem wurden die geschrieben? Von Chakotay, kein Angehöriger der Sternenflotte, vom Neelix, kein Angehöriger der Sternenflotte oder vom Doktor, eine Holographische Simulation! Die Simulation selbst hat mehr Fantasie als die reale, echte Besatzung!
Aber woran liegt das? Scott Adams hat in seinem nicht ganz ernst gemeintem Buch „Dilberts Future“ darüber geschrieben. Seine Worte:

Wenn ich ein Holodeck hätte, würde ich die Tür schließen und nicht mehr rauskommen bis ich an Erschöpfung gestorben bin.  Es wäre schwer mich zu überzeugen irgendwo anders zu sein als dem Holodeck, wo ich eine Ölmassage von Cindy Crawford und ihrer simulierten Zwillingsschwester kriege.

Und da ist etwas wahres dran. Besonders bei den hochentwickelten Holodecks aus Star Trek. Hier kann man nicht nur eine Simulation sehen, sondern auch fühlen, riechen und schmecken! Man kann sich eine perfekte Welt erschaffen, in der man selbst der Held ist. Wieso sollte man sich dann noch mit den kleinen Ärgernissen in der Realität rumschlagen. Oder etwas neues erschaffen wenn dass, das man Massagen von Cindy Crawford haben kann?

Das einzige worum man sich kümmern muss ist das man Strom und Essen hat. Und selbst das ist in der Welt von Star Trek kein Problem. Man kann sich sein Essen erschaffen und es sich sogar in den Mund teleportieren lassen. Und Energieprobleme gibt es gar nicht mehr. Wir haben eine Überflussgesellschaft in Star Trek. Und das wirkt sich direkt auf die Kreativität aus. Die Menschen brauchen nichts mehr, es gibt nichts mehr Anzustreben weil alles da ist. Ich bin überrascht das die Vulkanier beim Erstkontakt nicht einfach nur überall Holodecks mit grinsenden Leichen gefunden haben. Das letzte Überbleibsel der Menschheit.

Google Street View Holodeck                                                                                                                                            Niall Kennedy

Es hat bereits begonnen…

Und niemand kann dem entkommen! Die Leute die leicht zu beeindrucken sind, sind bereits gefangen. Für alle anderen, intellektuellen, gibt es eigene Simulationen! Warum nicht eine Runde Schach spielen zusammen mit Einstein und Plato?

Oh, und das Argument das es am Ende des Tages doch einfach nur Computersimulationen sind, dem empfehle ich Folge „Das Schiff in der Flasche“ Staffel 6… Episode 12…. The Next Generation… Sternzeit 46424,1…
In dieser Folge übernimmt die Simulation von Moriati, Sherlock Holmes Gegenspieler, beinahe das gesamte Schiff. Und niemanden in der Simulation, einschließlich Picard, merkt, dass sie die ganze Zeit auf dem Holodeck sind. Es ist eine so gute Simulation, dass man nicht mehr zwischen ihr und der Realität unterscheiden kann.

Zusammengefasst: Mit dem Holodeck ist die Kreativität gestorben.

Das Stimmt doch gar nicht! – Höre ich euch schon wieder rufen – In The Next Generation schreibt Data doch ein Gedicht! Also gibt es doch neue Kunst!
Aber ist es nicht merkwürdig das die einzige Figur die neue Kunst erschafft der Android ist? Warum nicht von andere Besatzungsmitgliedern?

Okay, aber was ist mit der Sternenflotte an sich? Wenn niemand mehr irgendetwas anderes tun will außer im Holodeck zu leben, warum erforscht die Sternenflotte dann den Weltraum? Sehr gute Frage! Und hier kommen wir zum Kernproblem. Wir wissen bereits, dass nach 1960 keine neue Kunst mehr auf der Erde entstanden ist. Jeder hat alles zu jeder Zeit verfügbar. Was ist dann das wertvollste Gut das die menschliche Spezies braucht?
Neuheiten!

Warum wird ausgerechnet das beste Schiff der gesamte Flotte regelmäßig in die grobe Richtung weg geschickt – mit der Mission neues zu entdecken – und wenn das Schiff nicht gerade explodiert Bericht zu erstatten? Vor allem wenn ständig die Gefahr besteht das die Erde, von Klingonen, Romulanern, Borg oder Buckelwalfetischisten attackiert wird? Weil das – im Vergleich zu allen Gefahren – wichtiger ist. Neuheiten zu finden ist das einzige was noch etwas Spannung erzeugen kann!

Die USS-Enterprise NCC-1701-D ist das modernste, schwer bewaffnete Forschungs-Schiff der Sternenflotte und auf die gefährliche Mission neues Leben und Zivilisation zu entdecken werden Kinder und Zivilisten mitgenommen. Es werden Zivilisten auf gefährliche Missionen mitgenommen, weil das Spannender ist als alles was man auf der Erde hat!

Und das ist noch nicht alles. Was passiert auf der Brücke der Enterprise bei der ersten kleineren Erschütterung?

Konsole                                                                                                                                                                                         Memory Alpha 

Ein Tipp: Nichts Gutes

Die Konsolen auf den Schiffen sind so anfällig für Erschütterungen, das man meinen kann jedes System hat eine geheime Schublade für Feuerwerkskörper. Bei Flugzeugen auf der Erde gab es dasselbe Problem. Treibstoff wurde direkt unter den Armaturen hergeleitet, was bedeutet nach einem Treffer konnte es passieren, dass das Cockpit Feuer fängt. Das ist heute nicht mehr der Fall. Aber warum ist das scheinbar immer noch der Standard für Raumschiffe der Föderation? Und das wenn interstellare Reisen mit Warp-Antrieb Standard sind. Sollte nicht vor allem die Brücke am besten gegen explodierende Computer geschützt sein? Immerhin sind der Captain und die Offiziere die meiste Zeit genau dort… Also warum gibt es auf dem Schiff keine Sicherheitsvorkehrungen die das verhindern? Ganz einfach: Es ist spannend.

Wenn der Crew nicht alle fünf Minuten das halbe Schiff um die Ohren fliegt langweilen sie sich.
Noch besser zu sehen ist das am Warp Kern.  Wenn das Schiff kritisch getroffen wird, droht jedesmal der Warp Kern zu explodieren. Und dass bedeutet das sie den Warp Kern herausschleudern müssen, was zu einer gewaltigen Explosion führt und das Schiff verkrüppelt. Das passiert so oft, dass es einen ganzen Eintrag in der Star Trek Wiki dafür gibt! Das ist das empfindlichste, und wichtigste, Teil auf dem gesamten Schiff, und es hat so oft Fehlfunktionen, das man sich fragt was schief gegangen ist. Wollt ihr wissen was passiert wenn eine vollgetankte Boeing 747 in einen Nuklear Reaktor fliegt? Absolut nichts! Es gibt absolut keinen Grund warum der Antriebskern so empfindlich sein muss, außer dass die Crew die Action braucht!

Noch merkwürdiger ist allerdings das Verhalten der Crew auf der Voyager, insbesondere das von Captain Janeway.

janeway                                                                                                                                           Dennis S Hurd

Du musst erst gar nicht so gucken….

Die USS Voyager ist nach einem vermeidbarem, kolossalem Fuckup von Janeway im Delta Quadranten gestrandet und kommt nicht wieder zurück. Außer natürlich durch die etwa jede zweite Folge auftauchende Möglichkeit oder Idee um zurück zur Erde zu kommen. Aber jedesmal geht eine Kleinigkeit schief und die Crew muss weiter reisen bis sie doch irgendwann in der Heimat ankommt. Oder sie könnten dieselbe Methode einfach ein zweites Mal versuchen und diesmal den vorherigen Fehler ausmerzen, anstatt die Angelegenheit komplett zu vergessen! Aber das will niemand an Bord. Denn in der Heimat ist wieder alles öde und langweilig. Die Besatzung der Voyager ist lieber 75 Jahre lang im Delta Quadranten gestrandet als nach Hause zu fliegen. Denn dort gibt es tatsächlich immer wieder neue Entdeckungen zu machen.
Wieder einmal Neues, die wertvollste Ressource der Föderation!

Und wenn gerade doch nichts passiert, dann verändern die Crews der jeweiligen Schiffe auch gerne einfach die Zeitlinie. Das passiert nicht einmal, nicht zweimal, sondern 37-mal! Die Filme sind schon mitgezählt! In Deep Space 9 allein wir die Zeitlinie sieben Mal geändert! Und das spielt auf einem verdammten Handelsaußenposten! Nicht mal ein Raumschiff!

Der Punkt ist: Die Föderation ist aufgebaut wie eine glorifizierte Gesellschaft aus Wall-E.

Wall-E                                                                                                                                                                                                        chud

Und sie sind alle Redshirts!

Am Ende gibt es für die Föderation einfach keinen Krieg der Sterne oder einfach nur ein Ziel in den Sternen… nur ein Star Trek….

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